CSC Terpfoundation

- CSC Terp Foundation e.V.

Wie lange dauert ein Cannabisentzug? Zeitlicher Verlauf

Beschwerden setzen meist 1 bis 3 Tage nach dem letzten Konsum ein und klingen überwiegend innerhalb von 1 bis 2 Wochen ab. Schlafstörungen halten oft länger an.

Die Frage nach der Dauer ist die häufigste zum Thema Entzug, und sie hat keine einzelne Antwort. Die Fachliteratur beschreibt einen typischen zeitlichen Rahmen mit erheblicher Spannbreite, weil Konsummuster, Konsumdauer und persönliche Umstände den Verlauf verändern. Dieser Beitrag ordnet die beschriebenen Zeiträume, benennt die Faktoren, die sie verschieben, und erklärt, warum Zeitangaben nur als Orientierung taugen.

Wann setzen die Beschwerden ein?

Nach den vorliegenden Darstellungen meist innerhalb von 24 bis 72 Stunden nach dem letzten Konsum. Einzelne Beschwerden wie Gereiztheit oder Unruhe treten teilweise schon früher auf.

Der verzögerte Beginn im Vergleich zu anderen Substanzen hat einen einfachen Grund: THC ist fettlöslich und wird im Fettgewebe gespeichert, von wo es langsam wieder abgegeben wird. Nach langjährigem und hochdosiertem Konsum kann sich der Beginn deshalb weiter nach hinten verschieben. Wie lange THC nachweisbar bleibt, beschreibt der Beitrag zur Nachweisbarkeit in Blut und Urin.

Nachweisbarkeit und Beschwerdeverlauf sind dabei 2 verschiedene Dinge. Dass im Körper noch Abbauprodukte vorhanden sind, sagt nichts darüber aus, wie es einer Person geht.

Wann sind die Beschwerden am stärksten?

Übereinstimmend beschrieben wird ein Höhepunkt zwischen Tag 2 und Tag 6 nach dem letzten Konsum, in einzelnen Darstellungen bis Tag 7. In dieser Phase sind Schlafstörungen, Reizbarkeit und Unruhe meist am deutlichsten ausgeprägt.

Danach nimmt die Stärke ab, allerdings selten geradlinig. Beschrieben werden Schwankungen über Tage hinweg, bei denen auf bessere Tage wieder schlechtere folgen. Dieser Verlauf ist gewöhnlich, auch wenn er sich wie ein Rückschritt anfühlt.

Welche Beschwerden dabei im Einzelnen auftreten, beschreibt der Beitrag zu den Symptomen und zum Verlauf des Entzugssyndroms.

Wie lange dauert die akute Phase?

Die Angaben liegen überwiegend bei 1 bis 2 Wochen, in denen die meisten Beschwerden deutlich abklingen. Andere Darstellungen nennen einen Rahmen von 1 bis 3 Wochen für die akute Phase.

Nach starkem und langjährigem Konsum kann sich das verlängern. Genannt werden dort Zeiträume von 3 Wochen und mehr, bis die akuten Beschwerden nachlassen.

Die Spannbreite in der Literatur hat einen methodischen Grund: Die Untersuchungen betrachten unterschiedliche Gruppen, unterschiedliche Konsummuster und unterschiedliche Kriterien dafür, wann eine Beschwerde als abgeklungen gilt. Deshalb sind alle genannten Zahlen Orientierungswerte und keine Prognose für den Einzelfall.

Welche Beschwerden halten länger an?

Vor allem der Schlaf. Beschrieben wird, dass Schlafstörungen und lebhafte Träume 4 bis 6 Wochen anhalten können, bei langjährigem Konsum in Einzelfällen länger.

Ebenfalls länger beschrieben werden eine gedrückte Stimmung und das Verlangen nach der Substanz. Beide nehmen in der Regel kontinuierlich ab, treten aber über Wochen hinweg immer wieder auf, häufig ausgelöst durch bestimmte Situationen oder Orte.

Für Konzentration und Merkfähigkeit gibt es dagegen eine günstigere Beschreibung. Eine Untersuchung an 16- bis 25-Jährigen fand bereits in der ersten Woche nach dem letzten Konsum eine Verbesserung der Lern- und Merkfähigkeit. Die Einzelheiten stehen im Beitrag zu Gedächtnis und Konzentration.

Wovon hängt der Verlauf ab?

Die in der Literatur genannten Faktoren sind: Dauer und Häufigkeit des bisherigen Konsums, die zugeführte Wirkstoffmenge, das Alter beim Konsumbeginn, der gleichzeitige Konsum anderer Substanzen sowie bestehende körperliche und psychische Erkrankungen.

Hinzu kommt die Lebenssituation. Beruflicher Druck, Schlafmangel aus anderen Gründen und fehlende Unterstützung im Umfeld verschlechtern die Ausgangslage, ohne dass das etwas mit der Substanz zu tun hätte.

Ein häufig übersehener Punkt ist der Tabak im Mischkonsum. Wer Cannabis mit Tabak konsumiert hat, erlebt beim Absetzen zusätzlich einen Nikotinentzug mit eigenem Verlauf. Beide Anteile lassen sich von außen schwer trennen. Zum Mischkonsum mit Alkohol gibt es einen eigenen Beitrag zum Mischkonsum.

Warum lohnt sich fachliche Begleitung?

Weil die Zeitangaben nur den Rahmen beschreiben und nicht den eigenen Fall. Eine Einschätzung, die Konsummuster, Vorerkrankungen und Medikation berücksichtigt, ist etwas anderes als eine Zahl aus einer Tabelle.

Ärztlich abzuklären ist eine Veränderung insbesondere bei bestehenden psychischen Erkrankungen, bei laufender Medikation, bei gleichzeitigem Konsum anderer Substanzen und nach früheren Versuchen mit starken Beschwerden. Eine Therapie mit Medizinalcannabis wird ohnehin ausschließlich mit der behandelnden Praxis besprochen.

In Hamburg beraten die Suchtberatungsstellen kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym, auch ohne Diagnose und ohne Entscheidung im Voraus. Die Anlaufstellen einschließlich der Angebote für Angehörige nennt der Beitrag zur Cannabis-Beratung in Hamburg. Wie sich die Konsummuster einordnen lassen, beschreibt der Beitrag dazu, wie sich Cannabiskonsum einordnen lässt.


Dieser Beitrag dient der sachlichen Information und stellt keine medizinische oder therapeutische Beratung dar. Die genannten Zeiträume stammen aus öffentlich zugänglichen Fachdarstellungen, unterscheiden sich zwischen den Quellen und erlauben keine Vorhersage für den Einzelfall. Er enthält bewusst keine Anleitung zum Absetzen. Wer den Konsum verändern möchte, sollte das ärztlich abklären lassen, insbesondere bei bestehenden Erkrankungen, laufender Medikation oder gleichzeitigem Konsum anderer Substanzen.