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Cannabis-Schimmel erkennen: Grauschimmel, Mehltau und Schimmel nach der Ernte
Woran Schimmel an Cannabispflanzen und Blüten zu erkennen ist, wie er sich von Trichomen unterscheidet, wie sich Befall vorbeugen lässt und was mit befallenen Pflanzenteilen geschieht.
Schimmel ist eines der häufigsten Probleme beim privaten Anbau. Er kann Pflanzen während der Blüte befallen und ebenso Blüten beim Trocknen oder Lagern. Befallene Pflanzenteile sind unbrauchbar und können gesundheitsschädlich sein. Dieser Beitrag beschreibt die wichtigsten Schimmelarten, ihre Erkennungszeichen, die Abgrenzung zu Trichomen, die Vorbeugung und den Umgang mit befallenem Material. Stand der Angaben ist der 19. Oktober 2026.
Welche Schimmelarten treten bei Cannabis auf?
Vor allem 3 Formen:
- Grauschimmel: Der Pilz Botrytis befällt die Blüten von innen, oft unbemerkt. Im Anbau heißt er auch Knospenfäule.
- Echter Mehltau: Ein weißer, mehlartiger Belag auf den Blättern, der sich auf die ganze Pflanze ausbreiten kann.
- Schimmel nach der Ernte: Er entsteht beim Trocknen oder Lagern, wenn die Blüten zu feucht sind oder die Luft steht.
Woran ist Grauschimmel zu erkennen?
Grauschimmel beginnt meist im Inneren dichter Blüten. Erste Zeichen sind einzelne welke oder braune Blätter, die aus einer sonst gesunden Blüte ragen. Das Gewebe wirkt zunächst wässrig und verfärbt sich dann braun. Später bildet sich ein grauer, flaumiger Belag. Befallene Stängel können hellbraune Stellen zeigen und brechen.
Begünstigt wird Grauschimmel durch hohe Luftfeuchtigkeit, Nässe auf den Pflanzen und Temperaturen um 20 °C. Draußen sind Regenphasen während der Blütenreife besonders kritisch, drinnen eine zu feuchte Anbauumgebung. Befallenes Gewebe kann innerhalb einer Woche absterben.
Woran ist Mehltau zu erkennen?
Echter Mehltau zeigt sich als weißer, puderartiger Belag, zuerst meist in kleinen runden Flecken auf der Oberseite der Blätter. Die Flecken wachsen zusammen und können auf Stängel und Blüten übergreifen. Der Belag lässt sich anfangs abwischen, kehrt aber zurück. Begünstigt wird Mehltau durch stehende Luft und dichte Bestände.
Wie unterscheiden sich Schimmel und Trichome?
Trichome sind die kleinen Harzdrüsen auf den Blüten. Unter der Lupe sehen sie aus wie winzige Stiele mit runden Köpfchen, die glitzern und gleichmäßig verteilt sind. Schimmel wirkt dagegen matt, flaumig oder faserig, oft wie feine Watte oder ein Spinnennetz, und tritt an einzelnen Stellen gehäuft auf. Ein muffiger Geruch ist ein zusätzlicher Hinweis. Wie Trichome bei der Ernte beurteilt werden, beschreibt der Beitrag zum Erntezeitpunkt.
Wie lässt sich Schimmel vorbeugen?
Die wichtigsten Maßnahmen:
- In der Blütephase eine niedrige Luftfeuchtigkeit halten. Für Gewächshäuser wird ein Wert unter 50 Prozent empfohlen.
- Für gute Luftbewegung sorgen und Pflanzen nicht zu dicht stellen.
- Pflanzen nicht länger nass halten, möglichst von unten gießen und Staunässe vermeiden.
- Verletzungen der Pflanzen vermeiden, etwa durch Fraßschäden.
- Draußen bei angekündigter längerer Regenphase eher früher ernten.
- Nach der Ernte langsam und mit leichter Luftbewegung trocknen und erst ausreichend trockene Blüten in Gläser füllen.
Das richtige Raumklima beim Trocknen und Nachreifen beschreiben die Beiträge zum Trocknen und zum Fermentieren und Curing.
Was tun bei Schimmelbefall?
Befallene Blüten und Blätter großzügig entfernen, auch das angrenzende Gewebe. Die Sporen verbreiten sich über die Luft, deshalb die Teile vorsichtig abschneiden und direkt in einen Beutel geben. Danach Luftfeuchtigkeit und Luftbewegung prüfen und die übrigen Pflanzen täglich kontrollieren. Schimmelige Blüten lassen sich nicht retten, auch nicht durch Abwaschen oder Nachtrocknen. Sie sollten nicht verwendet werden.
Wie werden befallene Pflanzenteile entsorgt?
Das KCanG enthält für Privatpersonen keine eigene Vorschrift zur Entsorgung. Es gilt aber die Sicherungspflicht nach § 10: Cannabis ist vor dem Zugriff Dritter zu schützen, insbesondere vor Kindern und Jugendlichen. Verbreitet empfohlen wird deshalb, Pflanzenreste unbrauchbar zu machen, etwa mit Erde oder anderen Abfällen vermischt, und im Restmüll zu entsorgen. Eine Weitergabe ist nach § 9 Absatz 2 verboten.
Alle Regeln zum privaten Anbau fasst der Beitrag zum Cannabis-Anbau zu Hause zusammen.
Dieser Beitrag dient der sachlichen Information über die geltende Rechtslage nach dem Konsumcannabisgesetz und über den privaten Eigenanbau. Er stellt keine Rechtsberatung und keine medizinische Beratung dar und richtet sich ausschließlich an Volljährige. Cannabiskonsum ist mit gesundheitlichen Risiken verbunden, besonders für junge Menschen. Unterstützung bieten die Beratungsstellen in Hamburg.