
- CSC Terp Foundation e.V.
Cannabis fermentieren und curen: Nachreifen im Glas und richtig lagern
Was Fermentieren und Curing bei Cannabis bedeuten, wie das Nachreifen im Glas abläuft, welche Luftfeuchtigkeit passt, wie lange es dauert und wie die Ernte gelagert wird.
Nach dem Trocknen ist die Ernte noch nicht fertig. Im Inneren der Blüten steckt Restfeuchtigkeit, die sich erst gleichmäßig verteilen muss. Dieses Nachreifen in geschlossenen Gläsern heißt im Anbau Curing, im deutschen Sprachgebrauch oft auch Fermentieren. Dieser Beitrag beschreibt den Ablauf, die passende Luftfeuchtigkeit, die Dauer, typische Fehler und die Regeln für die Lagerung. Die Angaben sind Richtwerte aus der Anbaupraxis. Stand ist der 18. Oktober 2026.
Was bedeuten Fermentieren und Curing?
Beide Begriffe werden für dasselbe verwendet: das langsame Nachreifen getrockneter Blüten in luftdicht verschließbaren Behältern. Curing ist englisch und bedeutet so viel wie Reifen oder Haltbarmachen. Fermentieren ist der im deutschen Anbau verbreitete Ausdruck, auch wenn dabei keine Gärung im engeren Sinn stattfindet.
In dieser Zeit gleicht sich die Feuchtigkeit zwischen dem Inneren und der Außenseite der Blüten aus. Gleichzeitig bauen sich Reste von Chlorophyll weiter ab. Ziel sind gleichmäßig trockene, haltbare Blüten mit möglichst gut erhaltenem Aroma.
Wie läuft das Nachreifen im Glas ab?
In 4 Schritten:
- Abfüllen: Die getrockneten Blüten kommen locker in luftdicht verschließbare Gläser, die etwa zu 2/3 bis 3/4 gefüllt werden. Die Blüten sollten nicht gepresst werden.
- Lagern: Die Gläser stehen kühl und dunkel, etwa bei 15 bis 20 °C.
- Lüften: In der ersten Woche werden die Gläser mehrmals täglich für einige Minuten geöffnet, damit frei werdende Feuchtigkeit entweichen kann. Ab der zweiten Woche genügt es, sie 1 bis 2 Mal pro Woche zu öffnen.
- Kontrollieren: Bei jedem Öffnen werden Geruch und Zustand der Blüten geprüft.
Welche Luftfeuchtigkeit ist im Glas richtig?
Häufig genannt wird eine relative Luftfeuchtigkeit von etwa 55 bis 65 Prozent im Glas. Messen lässt sie sich mit einem kleinen Hygrometer, das mit ins Glas gelegt wird. Steigt der Wert deutlich über 65 Prozent, waren die Blüten zu feucht: Sie werden dann für einige Stunden offen an der Luft nachgetrocknet. Liegt er dauerhaft deutlich unter 55 Prozent, sind die Blüten übertrocknet.
Im Handel gibt es Feuchtigkeitsregler in Beuteln, die die Luftfeuchtigkeit im Glas auf einem festen Wert halten, etwa 58 oder 62 Prozent.
Wie lange dauert das Curing?
Mindestens 2 bis 3 Wochen. Viele lassen die Blüten 4 Wochen oder länger nachreifen. Danach können die Gläser geschlossen bleiben und werden nur noch gelegentlich geöffnet.
Woran lassen sich Fehler erkennen?
Ein Geruch nach Ammoniak oder Heu ist ein Warnzeichen: Die Blüten sind zu feucht in die Gläser gekommen. Sie sollten dann sofort offen nachtrocknen. Grauer Belag, feine weiße Fäden oder ein muffiger Geruch deuten auf Schimmel hin. Befallene Blüten sollten nicht verwendet werden.
Die häufigsten Ursachen sind ein zu frühes Abfüllen nach dem Trocknen, zu volle Gläser und zu seltenes Lüften in der ersten Woche. Wie die Trocknung gelingt, beschreibt der Beitrag zum Trocknen von Cannabis.
Wie wird die Ernte danach gelagert?
Kühl, dunkel und luftdicht. Licht, Wärme und Sauerstoff bauen Inhaltsstoffe und Aroma mit der Zeit ab. Glasbehälter eignen sich besser als Kunststoffbeutel. Ein Platz im Kühlschrank ist wegen der Feuchtigkeit beim Öffnen weniger geeignet.
Was gilt rechtlich bei der Lagerung?
Am Wohnsitz erlaubt § 3 KCanG den Besitz von bis zu 50 Gramm Cannabis, gemessen am Gewicht nach dem Trocknen und als Summe aus allen Quellen. Nach § 10 sind Cannabis und Vermehrungsmaterial am Wohnsitz vor dem Zugriff Dritter zu schützen, insbesondere vor Kindern und Jugendlichen. Gläser gehören deshalb in einen abschließbaren Schrank oder Raum. Ein Verstoß gegen die Sicherungspflicht ist nach § 36 eine Ordnungswidrigkeit.
Die Ernte aus dem privaten Eigenanbau darf nach § 9 Absatz 2 nicht an Dritte weitergegeben werden. Einzelheiten beschreiben die Beiträge zur Aufbewahrung zu Hause und zum Cannabis-Anbau zu Hause.
Dieser Beitrag dient der sachlichen Information über die geltende Rechtslage nach dem Konsumcannabisgesetz und über den privaten Eigenanbau. Er stellt keine Rechtsberatung dar und richtet sich ausschließlich an Volljährige. Cannabiskonsum ist mit gesundheitlichen Risiken verbunden, besonders für junge Menschen. Informationen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen gibt der Beitrag zum Jugendschutz nach dem KCanG.