
- CSC Terp Foundation e.V.
Cannabis trocknen: Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Dauer
Wie Cannabis nach der Ernte richtig getrocknet wird: Raumklima, Dauer, der Test am Stängel, typische Fehler und warum das Gewicht nach dem Trocknen rechtlich zählt.
Frisch geerntete Blüten bestehen zum größten Teil aus Wasser. Damit sie haltbar werden und nicht schimmeln, müssen sie langsam und gleichmäßig trocknen. Zu schnelles Trocknen macht sie spröde und mindert das Aroma, zu langsames oder zu feuchtes Trocknen fördert Schimmel. Dieser Beitrag beschreibt das passende Raumklima, die übliche Dauer, den Test auf ausreichende Trocknung und die typischen Fehler. Die Angaben sind Richtwerte aus der Anbaupraxis. Stand ist der 18. Oktober 2026.
Wie wird Cannabis richtig getrocknet?
Langsam, dunkel und mit leichter Luftbewegung. Üblich ist das Aufhängen ganzer Zweige oder einzelner Äste kopfüber an einer Leine oder in einem Trockennetz. Die Blüten sollten sich dabei nicht berühren. Große Blätter werden vorher entfernt, die kleinen Blätter an den Blüten können bis nach dem Trocknen bleiben.
Ein Ventilator darf die Luft im Raum bewegen, aber nicht direkt auf die Blüten blasen. Direkter Luftzug trocknet die Außenseite zu schnell, während das Innere feucht bleibt. Licht beschleunigt den Abbau von Inhaltsstoffen, deshalb ist ein dunkler Raum oder ein abgedunkeltes Anbauzelt günstig.
Welche Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind richtig?
Häufig genannt werden Temperaturen von etwa 15 bis 21 °C und eine relative Luftfeuchtigkeit von etwa 45 bis 60 Prozent. Ein einfaches Hygrometer, also ein Messgerät für die Luftfeuchtigkeit, zeigt, ob der Raum in diesem Bereich liegt.
Ist die Luft zu trocken, wird ein kleiner Luftbefeuchter oder ein langsameres Lüften genutzt. Ist sie zu feucht, helfen ein Luftentfeuchter oder mehr Luftaustausch. Über etwa 65 Prozent Luftfeuchtigkeit steigt das Schimmelrisiko deutlich.
Wie lange dauert das Trocknen?
Je nach Raumklima und Größe der Blüten meist etwa 5 bis 14 Tage. Unter kühlen Bedingungen mit etwa 15 °C und 60 Prozent Luftfeuchtigkeit wurden in einer Untersuchung an Hanf im Schnitt 6,5 Tage gemessen. Dicke, dichte Blüten brauchen länger als kleine, lockere.
Woran lässt sich erkennen, dass die Blüten trocken genug sind?
Am bekanntesten ist der Test am Stängel: Kleine Stängel knicken mit einem leisen Knacken, statt sich nur zu biegen. Die Außenseite der Blüten fühlt sich trocken an, das Innere ist nicht mehr feucht. Danach folgt das Nachreifen im geschlossenen Glas, bei dem sich die verbliebene Feuchtigkeit gleichmäßig verteilt.
Wie das Nachreifen abläuft, beschreibt der Beitrag zum Fermentieren und Curing.
Welche Fehler treten beim Trocknen häufig auf?
Die meisten Probleme haben wenige Ursachen:
- Der Raum ist zu warm, die Blüten trocknen außen zu schnell.
- Die Luft ist zu feucht oder steht, es bildet sich Schimmel.
- Ein Ventilator bläst direkt auf die Blüten.
- Die Blüten hängen zu dicht und berühren sich.
- Die Trocknung wird vorzeitig beendet, die Blüten kommen zu feucht ins Glas.
- Trocknen im Backofen, in der Mikrowelle oder auf der Heizung zerstört Aroma und Inhaltsstoffe.
Ein muffiger Geruch, ein grauer Belag oder feine weiße Fäden sind Warnzeichen für Schimmel. Befallene Blüten sollten nicht verwendet werden.
Was gilt rechtlich beim Trocknen?
Die Besitzgrenzen des KCanG beziehen sich bei Blüten auf das Gewicht nach dem Trocknen. Am Wohnsitz erlaubt § 3 bis zu 50 Gramm, und zwar als Summe aus allen Quellen. Erst nach dem Trocknen zeigt sich also, wie viel von der Ernte behalten werden darf. Was darüber hinausgeht, muss vernichtet werden. Ab mehr als 50 Gramm liegt nach § 36 eine Ordnungswidrigkeit vor, ab mehr als 60 Gramm nach § 34 eine Straftat.
Auch während des Trocknens gilt die Sicherungspflicht nach § 10 KCanG. Ein Trockenraum muss vor dem Zugriff Dritter geschützt sein, insbesondere vor Kindern und Jugendlichen. Der Geruch beim Trocknen ist stark, in Mietwohnungen kann das zu Konflikten führen. Einzelheiten beschreiben die Beiträge zum Cannabis-Anbau zu Hause und zu Cannabis in der Mietwohnung.
Dieser Beitrag dient der sachlichen Information über die geltende Rechtslage nach dem Konsumcannabisgesetz und über den privaten Eigenanbau. Er stellt keine Rechtsberatung dar und richtet sich ausschließlich an Volljährige. Cannabiskonsum ist mit gesundheitlichen Risiken verbunden, besonders für junge Menschen. Unterstützung bieten die Beratungsstellen in Hamburg.