- CSC Terp Foundation e.V.
Nebenwirkungen von Cannabis: Was kurzfristig und bei längerem Konsum auftreten kann
Zu den häufigen Nebenwirkungen zählen Mundtrockenheit, erhöhte Herzfrequenz, Konzentrationsstörungen sowie Unruhe oder Angst. Umfang und Dauer hängen stark vom Aufnahmeweg ab.
Cannabis wirkt auf mehrere Körpersysteme gleichzeitig, und ein Teil dieser Wirkungen ist unerwünscht. Welche Nebenwirkungen auftreten, wie stark sie ausfallen und wie lange sie anhalten, hängt von Wirkstoffgehalt, Aufnahmeweg, Konsumhäufigkeit und individueller Verfassung ab. Dieser Beitrag ordnet die häufigsten kurzfristigen Effekte, beschreibt die körperliche und die psychische Seite, erklärt was bei einer unerwünscht starken Wirkung hilft, benennt mögliche Folgen längeren Konsums und sagt, wann ärztliche Hilfe angebracht ist.
Welche kurzfristigen Nebenwirkungen sind häufig?
Am häufigsten beschrieben werden Mundtrockenheit, gerötete Augen, gesteigerter Appetit, eine beschleunigte Herzfrequenz sowie Einschränkungen von Konzentration, Kurzzeitgedächtnis und Reaktionsfähigkeit. Diese Effekte treten bei vielen Konsumierenden auf und klingen mit der Wirkung wieder ab.
Der zeitliche Verlauf unterscheidet sich erheblich nach Aufnahmeweg. Beim Inhalieren setzt die Wirkung nach wenigen Minuten ein und erreicht ihr Maximum meist nach 15 bis 30 Minuten. Bei oraler Aufnahme vergehen oft 30 bis 90 Minuten bis zum Wirkeintritt, dafür hält die Wirkung deutlich länger an. Die Zusammenhänge beschreibt der Beitrag dazu, wie Cannabis im Körper wirkt.
Praktisch bedeutsam sind vor allem die kognitiven Einschränkungen. Sie sind der Grund für die gesetzlichen Vorgaben im Straßenverkehr und für die Anforderungen an sicherheitsrelevante Tätigkeiten. Die rechtliche Seite beschreiben die Beiträge zum THC-Grenzwert nach § 24a StVG und zu Cannabis am Arbeitsplatz.
Welche Nebenwirkungen betreffen den Kreislauf?
THC greift über das Endocannabinoid-System auch in Kreislauffunktionen ein. Typisch sind eine vorübergehend beschleunigte Herzfrequenz und Schwankungen des Blutdrucks. Bei herzgesunden Menschen führen diese in der Regel zu keinen relevanten Komplikationen.
Stärker fallen die Reaktionen bei inhalativer Aufnahme aus, weil THC dann schneller und in höherer Spitzenkonzentration ins Blut übergeht. Gegen die Kreislaufeffekte entwickelt der Körper häufig bereits nach wenigen Tagen eine Toleranz, die Reaktion schwächt sich also bei wiederholtem Konsum ab.
Anders liegt es bei bestehender Herz-Kreislauf-Vorerkrankung. Hier kann eine beschleunigte Herzfrequenz klinisch relevant werden, weshalb eine ärztliche Einschätzung angebracht ist. Dasselbe gilt bei laufender Medikation, weil Cannabinoide über dieselben Leberenzyme abgebaut werden wie viele Arzneimittel. Die Einzelheiten beschreibt der Beitrag zu Wechselwirkungen zwischen Cannabis und Medikamenten.
Welche psychischen Nebenwirkungen können auftreten?
Neben den erwünschten Effekten können auch unangenehme psychische Reaktionen auftreten. Beschrieben werden vor allem Unruhe, Angst bis hin zu Panikgefühlen, gedrückte Stimmung, Misstrauen gegenüber der Umgebung sowie Verwirrtheit und Orientierungsprobleme.
Begünstigt werden solche Reaktionen durch einen hohen Wirkstoffgehalt, eine ungewohnt große Menge, eine belastende Ausgangsstimmung, eine fremde oder unruhige Umgebung sowie Mischkonsum mit Alkohol. Auch mangelnde Erfahrung spielt eine Rolle, weil die eigene Reaktion dann schlechter einzuschätzen ist.
In seltenen Fällen können vorübergehende psychotische Symptome auftreten, etwa Wahrnehmungsveränderungen oder Verfolgungsgedanken. Wie die Studienlage das Risiko einordnet und welche Faktoren dabei zählen, beschreibt der Beitrag zu Cannabis und Psychoserisiko.
Was hilft bei einer unerwünscht stark ausfallenden Wirkung?
Zunächst die Einordnung: Eine zu stark empfundene Wirkung ist unangenehm, geht aber in aller Regel von selbst vorüber. Hilfreich sind eine ruhige, vertraute Umgebung, frische Luft, etwas zu trinken ohne Alkohol und Koffein, sowie eine anwesende Person, die ansprechbar bleibt.
Ungünstig ist alles, was die Situation zusätzlich belastet. Dazu zählen laute oder überfüllte Umgebungen, weiterer Konsum, Alkohol sowie das Führen eines Fahrzeugs. Letzteres ist unabhängig vom Befinden ohnehin unzulässig.
Die häufigste Ursache für unerwünscht starke Verläufe ist die verzögerte Wirkung bei oraler Aufnahme. Weil zunächst nichts passiert, wird nachgelegt, und die Wirkung mehrerer Portionen setzt dann gemeinsam ein. Die Unterschiede zwischen den Aufnahmewegen beschreibt der Beitrag zu den Konsumformen und ihren Risiken.
Welche Folgen kann längerer Konsum haben?
Bei häufigem und über längere Zeit fortgesetztem Konsum werden mehrere Folgen diskutiert. Dazu zählen anhaltende Einschränkungen von Konzentration, Aufmerksamkeit und Gedächtnisleistung, Veränderungen des Schlafs, eine verminderte Motivation sowie die Entwicklung einer Abhängigkeit.
Beim Rauchen kommen die Folgen der Verbrennung hinzu. Rauch enthält unabhängig von der Substanz Reizstoffe und Schadstoffe, die Atemwege und Lunge belasten. Beschwerden wie Husten und vermehrte Schleimbildung sind bei regelmäßigem Rauchen häufig beschrieben.
Bei jüngeren Erwachsenen fällt das Risiko höher aus, weil die Reifung des Gehirns erst um das 25. Lebensjahr weitgehend abgeschlossen ist. Der Gesetzgeber leitet daraus eigene Schutzregeln ab; die CSC Terp Foundation e.V. nimmt darüber hinaus nur Personen ab 21 Jahren auf. Die Hintergründe beschreibt der Beitrag zu Cannabis und psychischer Gesundheit.
Wann ist ärztliche Hilfe angebracht?
Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden. Dazu zählen ausgeprägte Herzbeschwerden, Atemnot, Bewusstseinsstörungen, anhaltendes Erbrechen sowie psychische Symptome, die nach dem Abklingen der Wirkung fortbestehen. In solchen Fällen ist eine ärztliche Untersuchung angezeigt, bei akuten Notfällen der Rettungsdienst unter 112.
Ärztliche Abklärung ist außerdem sinnvoll bei bestehenden Vorerkrankungen, bei laufender Medikation, bei familiärer Vorbelastung für psychische Erkrankungen sowie in der Schwangerschaft und Stillzeit. Ärztinnen und Ärzte unterliegen der Schweigepflicht; eine offene Angabe beschleunigt die Behandlung.
Wer sein eigenes Konsumverhalten einordnen möchte, findet in Hamburg ein Netz kostenloser und auf Wunsch anonymer Beratungsangebote, das ausdrücklich auch Menschen ohne diagnostizierte Abhängigkeit offensteht. Die Anlaufstellen nennt der Beitrag zu den Beratungsstellen in Hamburg; allgemeine Hinweise gibt der Beitrag zum verantwortungsvollen Umgang mit Cannabis.
Dieser Beitrag dient der sachlichen Information und stellt keine medizinische Beratung dar. Die beschriebenen Nebenwirkungen treten nicht bei allen Konsumierenden und nicht in jeder Situation auf; Häufigkeit und Ausprägung variieren individuell erheblich. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich an eine ärztliche Praxis, bei akuten Notfällen an den Rettungsdienst unter 112.