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Cannabispflanze: Wachstumsphasen vom Keimling bis zur Blüte
Welche Phasen eine Cannabispflanze durchläuft, wie lange Wachstum und Blüte dauern, wie die Blüte ausgelöst wird und woran sich männliche und weibliche Pflanzen erkennen lassen.
Eine Cannabispflanze durchläuft vom Samen bis zur Ernte mehrere Abschnitte, die sich in Dauer und Ansprüchen deutlich unterscheiden. Bei den meisten Pflanzen bestimmt die Tageslänge, wann die Blüte beginnt. Drinnen lässt sich der Übergang deshalb über die Beleuchtung steuern. Dieser Beitrag beschreibt die einzelnen Phasen, ihre übliche Dauer, die Lichtzyklen und die Unterscheidung männlicher und weiblicher Pflanzen. Die Zeitangaben sind Richtwerte und hängen von Genetik, Standort und Pflege ab. Stand der Angaben ist der 18. Oktober 2026.
Welche Wachstumsphasen hat eine Cannabispflanze?
Unterschieden werden 5 Abschnitte:
- Keimung: Der Samen bildet eine Keimwurzel, meist innerhalb von 1 bis 3 Tagen.
- Sämling: Die junge Pflanze bildet ihre ersten Blätter und Wurzeln.
- Wachstumsphase: Die Pflanze wächst in Höhe und Breite und bildet Blätter und Triebe. Sie wird auch vegetative Phase genannt.
- Blüte: Die Pflanze stellt das Längenwachstum nach und nach ein und bildet Blüten.
- Ernte: Die Blüten werden geschnitten, getrocknet und nachgereift.
Wie die Keimung gelingt, beschreibt der Beitrag zum Keimen von Cannabissamen.
Wie lange dauert die Sämlingsphase?
Etwa 2 bis 3 Wochen nach der Keimung. Die Phase endet, wenn die Pflanze die ersten echten, gefingerten Blätter gebildet hat. In dieser Zeit ist der Wurzelballen klein und empfindlich: Zu viel Wasser, zu viel Dünger und zu starkes Licht schaden Sämlingen leichter als älteren Pflanzen.
Was passiert in der Wachstumsphase?
Die Pflanze legt Blattmasse und Triebe an, aus denen später die Blüten wachsen. Drinnen dauert diese Phase üblicherweise 3 bis 8 Wochen, je nachdem, wie groß die Pflanze werden soll. Als Standard gilt ein Lichtzyklus von 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit, kurz 18/6.
Für die Planung wichtig: Nach der Umstellung auf Blüte streckt sich die Pflanze noch einmal auf etwa das 2- bis 3-Fache ihrer Höhe. Umgestellt wird deshalb, wenn sie etwa ein Drittel bis die Hälfte der geplanten Endhöhe erreicht hat. Draußen dauert die Wachstumsphase vom Auspflanzen im Frühjahr bis in den Spätsommer.
Wie wird die Blüte ausgelöst?
Bei den meisten Pflanzen durch längere Dunkelphasen. Drinnen wird dafür auf 12 Stunden Licht und 12 Stunden ununterbrochene Dunkelheit umgestellt, kurz 12/12. Lichteinfall während der Dunkelphase kann die Blüte stören. Draußen setzt die Blüte ein, wenn die Tage im Spätsommer kürzer werden.
Selbstblühende Pflanzen, im Handel Autoflowering genannt, reagieren nicht auf die Tageslänge. Sie wechseln nach einem genetisch festgelegten Zeitplan in die Blüte. Ihre Wachstumsphase dauert nur etwa 2 bis 4 Wochen.
Woran lassen sich männliche und weibliche Pflanzen erkennen?
An den Vorblüten in den Blattachseln, also an den Stellen, an denen Seitentriebe vom Stamm abgehen. Männliche Pflanzen bilden dort kleine, rundliche Pollensäcke. Weibliche Pflanzen bilden kleine Kelche mit weißen, haarähnlichen Narben. Sichtbar werden die Unterschiede meist gegen Ende der Wachstumsphase oder kurz nach der Umstellung auf 12/12.
Für die Ernte von Blüten werden nur weibliche Pflanzen genutzt. Männliche Pflanzen können weibliche bestäuben, die dann Samen bilden. Bei feminisierten Samen entstehen nahezu ausschließlich weibliche Pflanzen, bei regulären Samen ist das Verhältnis offen.
Wie lange dauert die Blütezeit?
Je nach Genetik sehr unterschiedlich. Als grobe Richtwerte gelten etwa 7 bis 9 Wochen bei schnell blühenden Pflanzen, 9 bis 12 Wochen bei vielen Kreuzungen und 12 Wochen und mehr bei spät blühenden Pflanzen. In der Praxis dauert es oft 1 bis 2 Wochen länger als in den Angaben der Saatguthersteller.
In den ersten 2 bis 3 Wochen nach der Umstellung wächst die Pflanze noch deutlich in die Höhe. Danach entwickeln sich vor allem die Blüten. Selbstblühende Pflanzen brauchen von der Keimung bis zur Ernte insgesamt meist 8 bis 12 Wochen. Woran sich der richtige Zeitpunkt erkennen lässt, beschreibt der Beitrag zum Erntezeitpunkt.
Was gilt rechtlich während des Anbaus?
Die Grenze von 3 Pflanzen gleichzeitig nach § 9 KCanG gilt während aller Phasen und für jede Pflanze, auch für männliche Pflanzen. Wer männliche Pflanzen entfernt, schafft damit Platz innerhalb der Grenze. Mehr als 3 Pflanzen gleichzeitig sind nach § 34 KCanG strafbar.
Pflanzen sind nach § 10 KCanG in jeder Phase vor dem Zugriff Dritter zu schützen, insbesondere vor Kindern und Jugendlichen. Alle Regeln zum Anbau zu Hause fasst der Beitrag zum Cannabis-Anbau zu Hause zusammen.
Dieser Beitrag dient der sachlichen Information über die geltende Rechtslage nach dem Konsumcannabisgesetz und über den privaten Eigenanbau. Er stellt keine Rechtsberatung dar und richtet sich ausschließlich an Volljährige. Cannabiskonsum ist mit gesundheitlichen Risiken verbunden, besonders für junge Menschen. Informationen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen gibt der Beitrag zum Jugendschutz nach dem KCanG.